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Antike Religionen   [Griechenland - Alter Orient]

- Antike Religion -

Die Religion Ägyptens im Umfeld des Alten Orient : Vortrag
Wolfgang Wettengel. Ägyptisch-Deutsche Gesellschaft Nord. - Hamburg, 2010. - 10 S.
Kurz zur Bedeutung des Alten Orients und Ägyptens für die Religionen im antiken Europa. Beispiele religiöser Beziehungen zwischen den Ländern des Vorderen Orients und Ägypten; der durch rege Handelsbeziehungen begünstigte Austausch fand in beiden Richtungen statt, er bestand bereits in der Vorgeschichte (etwa ab Ende des 4. Jt. v. Chr.) und fand seinen Höhepunkt in der Zeit des Neuen Reiches, als sich Ägyptens Herrschaft auch über den Ostmittelmeerraum erstreckte. - Ägypten und Mesopotamien: Handelsbeziehungen, insbes. der Holzhandel mit Ägypten hauptsächlich als Importeur, und der Ausbau der Küstenschiffahrt zwecks Holztransports, Raubbau am Baumbestand des Libanons. Dazu ein Exkurs zum umweltpolitisch relevanten Gilgameschepos. "Hathor, die Herrin von Byblos" als Beispiel für die translatio (Übersetzbarkeit) von Gottheiten unterchiedlicher Kulturen hier im alten Orient des 2. Jts. v. Chr. - Fremde Götter / Mythen in Ägypten. - Beispiele des Einflusses Ägyptens auf das Alte Testament, insbes. zu bereits seit längerem diskutierten Gemeinsamkeiten von Christus und Osiris und zum Motiv der sterbenden und wiederauferstehenden Gottheiten. - Osiris im Vergleich zu Gottheiten wie Seth und Horus, die Entstehung des Osiris-Mythos'. Elemente des Osiris-Mythos', auf die höchstwahrscheinlich die Vorstellungen von der Wandlung von Brot und Wein beim christlichen Abendmahl sowie vom Wunder der Weinverwandlung auf der Hochzeit zu Kanaan zurückgehen. [Ersteintrag in der VAB: 13.12.2013]

Götter ohne Grenzen? : Transfer der religiösen Ikonographie in der Bronzezeit ; Alter Orient und die frühe Ägäis
Veronika Dubcová. - Ill. - 46 Anm. - Lit.verz. S. 112 - 115. - Zsfassung einiger Ergebnisse von: Die orientalischen Gottheiten in der minoisch-mykenischen Ikonographie (auf Slowak.), Trnava, Univ., Dipl.arb., 2009. // In: The phenomena of cultural borders and border cultures across the passage of time : (from the Bronze Age to Late Antiquity) ; proceedings of the international conference, Trnava, 22 - 24 October 2010. - Trnava, 2011. - (ANODOS : studies of the ancient world ; 10/2010). - S. 103 - 115
Kurz zur Bedeutung der Erforschung der Religion der Bronzezeit für das Verständnis der Gesellschaften in Mesopotamien, Ägypten, Syrien, Palästina und Anatolien sowie der Ägäis, wobei für letztere aussschließlich archäologische und ikonographische Quellen überliefert sind und insbes. die Untersuchung der interkulturellen Beziehungen erhellend ist. Religiöse Einflüsse zwischen den Kulturen des Alten Orients auf der Ebene der Ideologie und deren Widerspiegelung in der Ikonographie. Seinen Höhepunkt fand der Kulturtransfer in der zweiten Hälfte des 2. Jts. v. Chr. ("Internationaler Stil", "visuelle Hybridität", "Koine"). Die minoische und mykenische Kultur im Kontext der östlichen Kulturen, zur Frage, inwieweit sich durch Vergleich der Bildkunst die interkulturell geteilte Ideologie und das theologische Profil der Gottheiten rekonstruieren lassen. - Die Religionen lassen sich kaum voneinander abgrenzen, spezifische Charakteristika deuten auf gewisse kulturelle Grenzen. Die frühägäischen Kulturen lassen trotz des zu vermutenden Austausches mit den Kulten in Ägypten und dem Alten Orient eine Einzigartigkeit und Spezifika erkennen. [Ersteintrag in der VAB: 13.12.2013]

Kultmythos und Märtyrerlegende: zur Kontinuität des ägyptischen Denkens
Wolfgang Schenkel. - Wiesbaden : Harrassowitz, 1977. - 134 S. : Ill. - (Göttinger Orientforschungen : Reihe 4, Ägypten ; 5)
Enth. auf S. 19 - 74: Mythos von der geflügelten Sonnenscheibe. - Übers.

Behandelt den Zusammenhang zwischen Altägypten und dem koptischen Christentum aus ägyptologischer Sicht. Auf der Basis einer Übersetzung und Analyse der Sage von der geflügelten Sonnenscheibe, die auf acht Tableaus nebst Textblöcken an der Umfassungsmauer des Horus-Tempels von Edfu dargestellt ist, erfolgt ein struktureller Vergleich mit den koptischen Märtyrerlegenden, die koptologisch bereits erforscht sind. Mythos und Märtyrerlegenden sind strukturell kompatibel. Die strukturelle Diskrepanz, daß im Horusmythos der Böse, in den Märtyrerlegenden der Gute stirbt, läßt sich vor dem historischen Hintergrund erklären. Beispiele weiterer Verschiebungen von heidnisch-ägyptischen zu christlich-koptischen Mythen und Legenden. Märtyrerlegenden sind Bestandteil der Volksfrömmigkeit, aber auch der im Königtum verankerte, von Theologen verfaßte Mythos von der geflügelten Sonnenscheibe hat in der breiten Bevölkerung Resonanz gefunden. [Ersteintrag in der VAB: 12.12.2013]

Ma'at und Logos : vergleichende Untersuchungen zur mentalen Infrastruktur der altägyptischen und der griechischen Kultur
von Jörg Dittmer. - Neuendettelsau, o. J. - 110 S.
231 Anm. - Lit.verz. S. 106 - 110

Zur Diskussion der Einordnung der altägyptischen Kultur in die europäische Geistesgeschichte, die altphilologische Kontroverse um Karl Jaspers Theorie der "Achsenzeit" (ca. 800-200 v. Chr.). Bei einer differenzierenden Definition der Jasperschen Kategorien zur Einordnung der Kulturen, nämlich Rationalität, Individualität, Kommunikabilität, Historizität und Politizität, lassen sich entsprechende Kennzeichen in der ("vorachsenzeitlichen") altägyptischen Kultur bestimmen und "achsenzeitliche Elemente" in Altägypten und Griechenland vergleichen. Die bei der vergleichenden Beschreibung eingenommene mittlere Schärfeebene und eine gewisse Reduktion liefern methodisch die Grundlage für einen gelingenden interkulturellen Dialog. Im Zentrum der Betrachtung des altägyptischen Denkens stehen Begriff und Konzept der "Ma'at" - Göttin der Wahrheit und Gerechtigkeit sowie auf höchster Abstraktionsstufe ein Begriff, der menschliches Handeln und kosmische Ordnung miteinander verknüpft. Beschreibung der beiden Kulturen in folgenden Gegensatzpaaren: primäre versus sekundäre reflexive Rationalität; heteronome vs. autonome Individualität; rituelle Kohärenz vs. hypoleptisch-agonistische Intertextualität; kosmotheistische vs. anthropozentrische Auffassung der Geschichte; hierarchisches vs. reflexiv-partizipatorisches Gesellschaftsmodell. Es lassen sich Grundstrukturen ausmachen, die auf einer bestimmten Abstraktionsebene die Identität der Kulturen in entscheidender Weise bestimmen, dies unter Einschluß religiöser Phänomene, aber ohne Bindung an einen bestimmten Kult oder eine Form des Religiösen. [Ersteintrag in der VAB: 15.11.2013]

 

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Oben Ersterstellung: 22.08.1999. Letzte Aktual.: 18.06.2016. © Ingrid Strauch 1999/2016